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 WHF Kampagne 2008 - Die Grenzgrafschaften
Lazarus ( gelöscht )
Beiträge:

05.07.2008 18:23
Steine, Dreck und Tod. Zitat · antworten
Vor der Schlacht:

Der Himmel war mit dunklen wolken verhangen. Schwarz hingen sie tief hinab. Ganz so als schienen sie die Erde mit ihrem Gewicht erdrücken zu wollen. Kaum ein Lichtschimmer wagte durch zu brechen und das Land mit Wärme zu erfüllen, das Leben mit guten Gedanken zu segnen und den verunstalteten Boden zu berühren.
Überall lagen Knochen herum. Dicke abgenagte Knochen, aus denen sogar das Mark hinaus gesogen war. Fein säuberlich abgekocht und dann einfach fort geschmissen. Rüstungsteile, Sättel, zerschmetterte Wägen, hier und da ein paar Kleidungsstücke und über allem der zart duftende Geruch von Verwesung und frisch gekochtem Menschenfleisch.
Der ganze Schrott und Unrat erstreckte sich über die einst grünen Hügel und bedeckte das Land, soweit das Auge blicken konnte. Irgendwo Lagen einige riesige Felsen mit seltsam, klobigen Zeichen versehen. Hier und da erstreckten sich waghalsige Holzkonstruktionen in den dunklen Himmel, die aus ganzen Bäumen gemacht wurden und kaum von ihren Ästen befreit schon als Wachturm dienen mussten. Und dazwischen .... Oger. Alles war voll mit Ogern. Fette, hässliche Gestalten, die sich um das Fleisch stritten, das sie ergattern konnten. Grunzend und schmatzend taumelten sie von hier nach dort. Ab und zu wurden unverständliche Worte gebrüllt, die den einen, oder anderen Oger dazu veranlassten schneller zu taumeln.

Er stand auf einem seichten Hügel. Die Spinnenweben waren schon seit langem von ihm gewichen und der Staub hatte eine stattliche, alte Rüstung freigelegt. Wie eine Statue, die man vor langer Zeit hier vergessen hatte ragte er kerzengerade wie ein schwarzer Pfeiler aus der Erde. Keine Regung war zu sehen und nicht einmal der faule Wind schien an seinen grauen Haaren zu ziehen. Das Gesicht war in tiefe Falten gelegt und hinter seiner Stirn dräute Unheil.

Die Oger schreckten auf. Allesamt spürten sie, dass sich etwas verändert hatte. Etwas lag in der Luft, dass sie mit ihren zerdrückten Nasen aufsogen. Sie blickten sich verwirrt um und taumelten, einer nach dem Anderen zu den Felsen, die ihr Gelage umgaben.
Sie blickten sich verwirrt an. Keiner kannte dieses seltsame Wesen, das dort auf dem Hügel stand.

Alleine ...

Dann dämmerte es ihnen. Wie aus einem hässlichen Schlund fingen sie allesamt an zu lachen. Lauthals brüllten sie geschmackvoll ausgewählte Wörter und zeigten ihre verwarzten Ärsche. Hoben Finger zu seltsamen Gesten und spotteten, wie es nur Oger können.
Sie hatten es schon lange irgendwie geahnt. Doch keiner wusste den Zeitpunkt, an dem sie der Bedrohung aus dem Norden in die Augen blickten mussten. Und nun war sie da! Die Bedrohung aus dem Norden und stand auf einem Hügel vor ihrer Stadt.

Alleine ...


Er hob die linke Augenbraue zu einem rechten Winkel. Sein Blick fiel auf die Wolken. Ein leisen Donnern grollte über das Land. Die Oger verstummten so schnell, wie sie laut wurden. Nur der Wind war zu hören, als er die Veränderung über die Ebene trug, die in der Luft lag.
Er zog einen Stein aus der Tasche. So groß, wie ein Hühnerei. Ein grüner Schimmer ging von ihm aus, als er ihn zum Himmel reckte. Mit einem leisen Knacken zerbrach er in seinen Händen und ein grüner Staub verteilte sich zwischen den Hügeln und versickerte im Erdreich.

Der Himmel grollte erneut.

Die ganze Ebene bekam feine Risse. Überall sackte der Boden zusammen oder brach auf. Ein knirschen erfüllte die Luft. Knochen kamen zum Vorschein, die die Oger nicht ausgesät hatten. Waffen bohrten sich aus dem Erdreich, die niemand mehr seit tausend Jahren gesehen hatte. Schlachtrösser streckten ihre Hufe aus dem Schlamm, um sich leise knackend mit ihren längst gefallenen Reitern zusammen zu finden. Nebelfetzen stiegen auf und bildeten unter leisem wispern wagen Schemen mit weit aufgerissen Mündern. Zwischen den Hügeln tauchten schwer gepanzerte Reiter auf, in schwarze Rüstungen gehüllt und Augen so hart wie Stein. Es knackte und knirschte überall.

Und irgendwo dazwischen stand er ... wie eine Statue, die man vor langer Zeit hier vergessen hatte.

Unter ihm erhob sich ein knöcherner Nachtmahr. Er Griff nach seiner Lanze und blickte noch einmal auf die Oger, die nun hastig ihre Keulen packten und im totalen Chaos ihre Formation suchten.

Mit einem Donnern, das vom schwarzen Himmel grollte, gab er dem Nachtmahr die Sporen und riss seine Lanze in die Höhe. Tausende Fledermäuse brachen aus dem Wolken und hüllten seinen Angriff in eine kreischende Finsternis.
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